Abstandsverkäufe in die Niederlande aus Deutschland

Abstandsverkaufe

Viele Unternehmer kaufen schon lange nicht mehr nur bei Lieferanten im eigenen Land. Durch die Zunahme von Verkäufen im Internet kommt es oft vor, dass ein deutscher Unternehmer, ein Produkt an eine Privatperson in die Niederlande verkauft. Das Produkt wird laut Umsatzsteuer Gesetzgebung vom deutschen Unternehmer in den Niederlanden geliefert. Wichtig dabei ist jedoch, ob der richtige MwSt-Satz für diese Lieferung verwendet wird.

Erwerbsschwelle bei Abstandsverkäufen

Liefert ein Lieferant aus Deutschland an eine Privatperson in den Niederlanden, so ist Regelung von Abstandsverkäufen an zu wenden. Im Prinzip gilt in diesen Fällen der Mwst-Satz des Landes wo der Lieferant ansässig ist. Wenn jedoch der Umsatz in ein bestimmtes europäisches Land in einem bestimmten Jahr mehr beträgt als eine bestimmte Erwerbsschwelle, gilt der MwSt-Satz des Landes wo der Abnehmer ansässig ist. Für die Niederlande beträgt diese Schwelle € 100.000. Wenn also ein Unternehmer aus Deutschland in 2016 für mehr als € 100.000 an Privatpersonen in den Niederlanden liefert muss der Unternehmer ab dem Moment das er die Erwerbsschwelle überschreitet den niederländischen Mwst-Satz berechnen.

Für das Jahr 2017, und die Folgejahre, gilt keine Erwerbsschwelle mehr. Der niederländische Mwst-Satz bleibt an zu wenden.

Die Reglung der Abstandsverkäufe gilt nicht nur bei Lieferungen an Privatpersonen sondern auch bei Lieferungen an bestimmte Unternehmer ohne eine Ust-Identifikationsnummer, zum Beispiel eine Stiftung.

Beispiel
Ein deutscher Unternehmer verkauft im Jahre 2016 an eine niederländische Stiftung ohne Ust-Identifikationsnummer Waren im Wert von € 90.000. In 2015 war der Erwerbsbetrag bei dem Abnehmer € 0. Da der Abnehmer die Erwerbsschwelle von € 100.000 nicht überschreitet, muss der deutsche Verkäufer den deutschen MwSt-Satz berechnen, dort angeben und abführen.

Schlussfolgerung

Beim Verkauf von Waren aus Deutschland an niederländische Privatpersonen oder bestimmte Unternehmer ohne Ust-Identifikationsnummer, muss die Erwerbsschwelle von € 100.000 im Auge behalten werden. Bei Überschreiten dieser Schwelle muss der deutsche Lieferant ab dann den niederländischen MwSt-Satz berechnen und die Umsatzsteuer in den Niederlanden angeben und abführen.

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