Transfer Pricing (Verrechnungspreise)

Transfer Pricing

Bei Transaktionen zwischen Unternehmen, die in einem multinationalen Konzern miteinander verbunden sind, muss steuerlich stets nach dem Fremdvergleichsgrundsatz gehandelt werden. Dieses Prinzip wird auch als „Dealing at arms length“ bezeichnet. Auf diese Weise wird vermieden, dass der Gewinn einer Unternehmensgruppe steuerlich in dem Land mit dem niedrigsten Steuersatz deklariert wird. Bereits seit Jahren sind Gesellschaften gesetzlich verpflichtet zu dokumentieren, wie die Geschäfte zwischen den verbundenen Unternehmen miteinander abgerechnet werden.

Country-by-Country Reporting (Berichterstattung per Land)

Seit dem Steuerjahr 2016 gelten in diesem Bereich neue und verschärfte Vorschriften. Unternehmen, die zu einer multinationalen Gruppe mit einem konsolidierten weltweiten Umsatz ab € 50 Mio. gehören, sind verpflichtet, in ihren Büchern eine zusätzliche Verrechnungspreisdokumentation zu führen. Diese Unternehmen müssen zwei Formen der Dokumentation führen:

  • Master File (Stammdokumentation)
  • Local File (gesellschaftsspezifische Dokumentation)

Unternehmen, die zu einer multinationalen Gruppe mit einem konsolidierten weltweiten Umsatz von € 750 Mio. oder mehr gehören, müssen neben den Master Files und den Local Files auch einen Länderbericht in ihren Büchern führen.

Master File (Stammdokumentation)

Eine Master File besteht unter anderem aus Informationen mit Bezug auf die Struktur der gesamten multinationalen Unternehmensgruppe, einer Beschreibung der Unternehmensaktivitäten, Informationen über die Patente und Lizenzen der Gruppe und Informationen über die Finanzlage der gesamten multinationalen Gruppe.

Local File (gesellschaftsspezifische Dokumentation)

Die Local File besteht aus Informationen mit Bezug auf die Aktivitäten der juristischen Person selbst wie z. B.: Transaktionen zwischen der juristischen Person und anderen Organisationen innerhalb der Gruppe sowie Informationen mit Bezug auf die Finanzlage der juristischen Person.

Country-by-Country Reporting (länderbezogene Berichterstattung)

Diese Anforderung gilt bei einem weltweiten Konzernumsatz über € 750 Mio. Die länderbezogene Berichterstattung besteht aus Informationen mit Bezug auf die Länder, in denen die Unternehmensgruppe aktiv ist. Die Informationen enthalten unter anderem Daten zum Umsatz pro Land, zum Gewinn pro Land, zu der Zahl der Mitarbeiter pro Land und zu den pro Land zu zahlenden Steuern gemäß den individuellen Jahresabschlüssen.

Wann muss die jeweilige Dokumentation fertiggestellt sein?

Die neuen Vorschriften betreffend die Dokumentationsverpflichtungen wurden per 1. Januar 2016 in das niederländische Körperschaftsteuergesetz (Wet op de Vennootschapsbelasting) aufgenommen. Das bedeutet, dass die Dokumentation fertiggestellt sein muss, bevor die Körperschaftsteuererklärung für das Jahr 2016 beim Finanzamt eingereicht wird. Wenn Sie die Körperschaftsteuererklärung für 2016 bereits beim Finanzamt eingereicht haben, empfehlen wir Ihnen, die Dokumentation schnellstmöglich nachträglich zu erstellen.

Advance Pricing Agreement und Advance Tax Ruling

In den Niederlanden ist es möglich, vorab mit dem Finanzamt Absprachen hinsichtlich der Erfüllung des Fremdvergleichsgrundsatzes für Ihre Geschäfte mit verbundenen Unternehmen zu treffen. Das nennen wir den Abschluss eines „Ruling“. Ein solches Ruling kann mit Bezug auf die Folgen einer spezifischen Transaktion (Advance Tax Ruling, ATR) oder über die Höhe der zwischen den verbundenen Unternehmen vereinbarten Verrechnungspreise (Advance Pricing Agreement; APA) abgeschlossen werden.

Beratung

Selbstverständlich können unsere spezialisierten Berater für Internationales Sie zu allen Themen des Transfer Pricing beraten. Nehmen Sie dazu mit unseren Beratern über international@acconavm.nl Kontakt auf oder nutzen Sie dafür das nachstehende Kontaktformular.

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